Die AEW Energie AG ist der grösste Energieversorger im Kanton Aargau und versorgt über 200'000 Kundinnen und Kunden mit Strom. Für Besitzerinnen und Besitzer von Solaranlagen ist die AEW der zentrale Ansprechpartner, wenn es um Netzanschluss, Rückspeisevergütung und die Integration von Photovoltaik ins lokale Stromnetz geht. In diesem Artikel erklären wir alle relevanten Tarife und Prozesse für 2026.
📊 Aktuelle Rückspeisevergütung der AEW
Die AEW Energie AG vergütet Solarstrom-Produzenten für den überschüssigen Strom, der ins Netz eingespeist wird. Die Vergütung besteht aus zwei Komponenten: dem Energiepreis und der HKN-Vergütung (Herkunftsnachweis). Der Energiepreis orientiert sich am Marktpreis und liegt 2026 bei 8 bis 12 Rappen pro kWh.
Die HKN-Vergütung kommt zusätzlich zum Energiepreis hinzu. Sie erhalten für jeden Herkunftsnachweis (je 1 MWh) eine Vergütung, die den ökologischen Mehrwert Ihres Solarstroms widerspiegelt. Zusammen ergeben Energiepreis und HKN-Vergütung den Gesamttarif, den die AEW Ihnen bezahlt.
🔌 Netzanschluss und Anmeldeverfahren
Die AEW hat 2025 ein komplett digitales Portal für Anschlussgesuche eingeführt. Der Prozess ist deutlich einfacher als früher und läuft in wenigen Schritten ab:
- Schritt 1: Online-Anmeldung im AEW-Kundenportal mit Angaben zur geplanten Anlage
- Schritt 2: Prüfung durch die AEW (typischerweise 10–20 Arbeitstage)
- Schritt 3: Erhalt der Anschlusszusage mit technischen Bedingungen
- Schritt 4: Installation durch zertifizierten Installateur
- Schritt 5: Inbetriebnahme und Anmeldung bei Pronovo für die EIV
Für Standardanlagen bis 30 kVA auf bestehenden Gebäuden ist der Anschluss in der Regel unkompliziert. Bei grösseren Anlagen oder speziellen Netzgegebenheiten kann eine technische Prüfung erforderlich sein.
📱 Smart Meter und Eigenverbrauchsmessung
Die AEW hat den Rollout von Smart Metern im gesamten Versorgungsgebiet weitgehend abgeschlossen. Für Solaranlagen-Besitzer bringt das erhebliche Vorteile: Die bidirektionale Messung (Bezug und Einspeisung) erfolgt automatisch und in 15-Minuten-Intervallen. Über das Online-Portal können Sie Ihre Produktion, Ihren Eigenverbrauch und Ihre Einspeisung in Echtzeit verfolgen.
Die Smart-Meter-Daten sind auch die Grundlage für den Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV). Wenn Sie in einem Mehrfamilienhaus oder einer Überbauung leben, kann die intelligente Messung den gemeinsamen Eigenverbrauch optimieren und die Abrechnungen automatisieren.
🏗️ AEW-Netzmodernisierung: Was bedeutet das für Solar?
Die AEW Energie AG investiert bis 2028 über CHF 200 Millionen in die Modernisierung des Verteilnetzes. Für Solaranlagen-Besitzer hat das konkrete Auswirkungen:
- Höhere Aufnahmekapazität: Das modernisierte Netz kann mehr dezentralen Solarstrom aufnehmen
- Weniger Abregelung: Intelligente Netzsteuerung reduziert die Notwendigkeit, Anlagen bei Netzüberlastung abzuregeln
- Bessere Spannungsqualität: Moderne Transformatoren und Leitungen sorgen für stabile Spannung auch bei hoher Solareinspeisung
- Smart-Grid-Funktionen: Zukünftig werden Batteriespeicher und Wärmepumpen netzdienlich gesteuert werden können
Diese Investitionen machen den Kanton Aargau zu einem der fortschrittlichsten Kantone in Bezug auf die Integration erneuerbarer Energien. Für Neueinsteiger in die Solarenergie bedeutet das: Die technischen Voraussetzungen für den Anschluss Ihrer Anlage sind hervorragend.
💰 Wirtschaftlichkeitsberechnung mit AEW-Tarif
Für eine typische 10-kWp-Anlage auf einem EFH in Aarau sieht die Rechnung mit den aktuellen AEW-Tarifen wie folgt aus:
- Jahresproduktion: ca. 10'000 kWh
- Eigenverbrauch (30%): 3'000 kWh × 27 Rp. = CHF 810 Ersparnis
- Einspeisung (70%): 7'000 kWh × 10 Rp. = CHF 700 Vergütung
- Jährlicher Ertrag total: CHF 1'510
Mit einem Batteriespeicher lässt sich der Eigenverbrauch auf 60–70% steigern, was den jährlichen Ertrag auf über CHF 2'000 heben kann. Der PV-Rechner berechnet Ihre individuelle Wirtschaftlichkeit basierend auf Ihrem Standort, Dach und Verbrauch.
🔮 Ausblick: AEW und Solar bis 2030
Die AEW hat ambitionierte Pläne für den Solarausbau. Bis 2030 soll die installierte PV-Leistung im Netzgebiet verdoppelt werden. Dafür plant die AEW unter anderem eigene Solarparks, Bürgerbeteiligungsmodelle und Community-Solar-Projekte. Für private Anlagenbesitzer bedeutet das: Der Netzanschluss wird auch in Zukunft einfach und wirtschaftlich attraktiv bleiben.
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